Bonitätsabhängiger Zinssatz
Die Banken bewerben ihren effektiven Jahreszins für Kredite mit dem Ziel, nach Möglichkeit für den Konsumenten den günstigsten effektiven Jahreszins anzubieten und so bei der Wahl des Kreditgebers in die engere Wahl des Kreditsuchenden zu fallen.
Der beworbene effektive Jahreszins wird aber zu 80 Prozent an die Bonität des Kreditnehmers und die Laufzeit des Kredites gekoppelt. Das führt letzten Endes dazu, dass Kreditnehmer mit schwacher Bonität und Einkommen, die den unteren Einkommensgruppen zugeordnet werden für den Kredit, den sie aufnehmen möchten, höhere Zinsen bezahlen müssen, als Kreditnehmer, die über ein hohes Einkommen verfügen. Denen wird eher ein niedriger effektiver Jahreszins angeboten. Statistiken dazu besagen, dass in Deutschland einkommensschwache Verbraucher bis zu 78 Prozent höhere Zinsen als gut situierte Kunden bezahlen.
Kreditnehmer mit schwächerer Bonität kommen zudem viel häufiger in die Verlegenheit einen Kredit aufnehmen zu müssen, da schon kleinere Anschaffungen ihr Haushaltsbudget sprengen, sie sind die Kunden, die auf Raten bei Versandhäusern kaufen und sich teure Kredite von Kreditvermittlern beschaffen. Wie schnell das zu einer Überschuldung führen kann, kann sich jeder ausrechnen.
Für die Kreditbelastungen gibt es bei den Verbraucherzentralen und in einigen Banken einen Kreditratgeber. Laut diesen sollten die monatlichen Gesamtbelastungen aus Kreditverträgen keinesfalls höher als 20 Prozent des Haushaltseinkommens sein. Das wären bei einem durchschnittlichen Verdienst von 1.500 Euro genau 300 Euro.
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