Sind Bauspardarlehen wirklich günstig?
Bausparkassen bieten ihren Bausparern an, nach Zuteilungsreife des Vertrages das Bauspardarlehen zu nutzen. Diese sind vor allem wegen ihrer geringen Zinsen und der hohen Flexibilität interessant, denn Sondertilgungen sind jederzeit in beliebiger Höhe möglich.
Ob Bauspardarlehen aber wirklich günstiger sind als reine Bankdarlehen, kann auf den ersten Blick nicht entschieden werden, denn dies ist nicht nur vom Darlehenszins, sondern auch von den Gebühren abhängig. Zudem müssen Bausparer, um ein Bauspardarlehen nutzen zu können, zuerst mindestens 40-50% der vereinbarten Bausparsumme ansparen. Hierbei wird das Guthaben allerdings nur mit 1-2% p.a. verzinst, die Zinsen liegen hierbei also 50-70% unter den vergleichbaren Konditionen für Banksparpläne.
Um Durchschnitt der letzten 10 Jahre lagen die Bauspardarlehenszinsen zwischen 2-3% unter den Zinssätzen der Banken. Somit gleicht sich die geringe Guthabenverzinsung während der Darlehenslaufzeit wieder aus, der Kunde erzielt sogar einen finanziellen Vorteil.
Doch gerade in Zeiten niedriger Marktzinsen schwindet dieser Vorteil, denn Bauspardarlehen sind dann kaum noch günstiger. Rechnet man dann noch die geringen Guthabenzinsen während der Ansparphase gegen, sind Bauspardarlehen sogar teurer.
Fazit: Bauspardarlehen rechnen sich vor allem in Zeiten hoher Marktzinsen. Wie sich das Zinsniveau allerdings während der Laufzeit des Bausparvertrages entwickelt, kann niemand vorhersehen. Somit ist ein Vergleich bei Zuteilung des Vertrages notwendig, denn zu diesem Zeitpunkt kann noch auf das Bauspardarlehen verzichtet werden.
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